LOK. Berlin - Zentrum für Existenzgründungen LOK.a.Motion

Netzwerk Gründungsunterstützung Pankow

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Durchführende Organisation: 
LOK.a.Motion GmbH
Laufzeit des Projektes: 
07.2005 bis 06.2007
Lokaler Bezug: Bezirk Pankow

Förderung:

Landesprogramm: Wirtschaftsdienliche Maßnahme (WDM)
Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE)

Inhalte: Stärkung der lokalen Ökonomie durch Existenzgründungen

Das Netzwerk Gründungsunterstützung Pankow wurde parallel zum SEC Friedrichshain-Kreuzberg eingerichtet. Die grundlegenden Überlegungen zur Initiierung von Gründungsberatung waren identisch. Ein Unterschied zum Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg bestand darin, dass nach Erfahrungen der LOK.a.Motion im Rahmen von EQUAL I im Bezirk Pankow vor allem Kreativwirtschaftler (60% der Klienten aus der Zielgruppe wirtschaftlich benachteiligter Menschen) Unterstützungsleistungen nachfragen (Innenarchitekten, Medien- und Modedesigner, Fotographen, Kunst- und Kulturschaffende, Werbefachleute).

Das hohe Interesse von Kreativwirtschaftlern ist nach Ansicht von Ökonomen vor allem deshalb von Bedeutung, weil das kreative Potenzial dieser Menschen beim Übergang in eine Informations- oder Wissensgesellschaft vermutlich eine besondere Rolle spielen wird. Nach dem Desaster um die „New Economy“ findet dieser Prozess nach der Beobachtung von Wirtschaftswissenschaftlern nunmehr eher still in Metropolen statt. Angesichts des Anteils von 30% möglicher Zukunftsbranchen am Gewerbebestand des Bezirks und des relativ hohen Anteils von gründungsinteressierten Kreativwirtschaftlern in der Zielgruppe "Wirtschaftlich Benachteiligte" kann diese Gruppe auch im Bezirk Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung setzen, bei denen Innovationen eine wesentliche Rolle spielen.

Kreativwirtschaftler sind im Bezirk Pankow vor allem im Ortsteil Prenzlauer Berg anzutreffen. Dort finden sie anscheinend den Nährboden, der zur vermehrten Ansiedlung dieser Personengruppe führt. Häufig verdienen sie ihr Einkommen als Jobber mit kurzfristigen und zeitlich begrenzten Aufträgen. Aufgrund ihrer spezifischen Fachrichtungen und der sich daraus ergebenden geringen Vermittlungsmöglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt ist für Kreativwirtschaftler die Selbständigkeit oft die einzige Perspektive der beruflichen Entwicklung.

Typisch für diese Gruppe ist nach Erfahrungen des Enterprise-Büros einerseits der hohe Innovationsgehalt ihrer Geschäftsideen, die ausgeprägte Individualität ihrer Persönlichkeiten und optimistische Lebenseinstellungen. Andererseits verfügen sie, wie viele andere gründungsinteressierte Menschen auch, über nur geringe betriebswirtschaftliche Kenntnisse und über kein Eigenkapital. Oft sind sie durch Studium, Diplomjahr und anschließende Arbeitslosigkeit verschuldet und ihre Berufserfahrung ist gering. Hoch motiviert, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen, fehlt es ihnen neben Kapital an Wissen zum Aufbau und zur Führung eines Unternehmens. Die Kreditchancen stehen für sie schlecht. Ihre adäquate Unterstützung vor, während und nach der Gründung erforderte spezifische Unterstützungsleistungen und spezielle Kenntnisse der Berater/innen im Netzwerk Gründungsunterstützung Pankow.
Knapp 1.000 Beratungsstunden, verteilt auf etwa 280 Kund/innen, verzeichnete das NGP in seiner Projektlaufzeit. Annähernd zwei Drittel waren weiblichen Geschlechts, 13 % aller Kund/innen hatten einen Migrationshintergrund. Das Durchschnittsalter lag bei 32 Jahren. 90% aller Kund/innen bezogen Arbeitslosengeld I oder II.

Aus den Beratungen resultierten bis Projektende Mitte 2007 80 Gründungen, 70% davon im Bereich der Kreativwirtschaft. Lediglich vier Prozent der Gründungen waren durch Gründer/innen mit Migrationshintergrund erfolgt.

 

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